So klingt die Runge-Orgel vor der Restaurierung

Zu hören ist ein wertvolles historisches Instrument, gebaut von Johann Heinrich Runge, Hagenow, im Jahr 1872.

Von den 19 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, sind die meisten noch original erhalten. Einige wurden umgestellt, abgeschnitten oder sind zur Zeit nicht bzw. nicht sinnvoll spielbar.

Darüber hinaus gibt es einen erheblichen Renovierungsbedarf.
Auch das ist an diesem Tonbeispiel zu hören. Noch deutlicher wird das später im Vergleich der Aufnahmen vor und nach der Restaurierung werden.

J. G. Rheinberger: Intermezzo aus op. 156

Bei diesem Musikstück hört man den zu niedrigen Winddruck, bedingt dadurch, dass zwei von drei Bälgen undicht sind. Somit können nicht alle vorhandenen und passenden Register gezogen werden, da jede Pfeife dann nicht genug Wind bekommen würde. Außerdem leiden die verwendeten Holzpfeifen unter dem Holzwurm und klingen dadurch beeinträchtigt. Ständig hört man zu sehr das Klappern der Traktur. Auch das wird durch die Restaurierung verringert werden.

Louis Vierne: Berceuse aus op. 31

Hier ein Stück mit 8′-Registern: Im II. Manual Harmonica 8′, Salicional 8′ und Gedackt 8′. Gegen Ende klingt letzterer allein. Im I. Manual zusätzlich Flöte 8′ und manchmal auch Prinzipal 8′. Streckenweise spielt auch das Pedal mit. Hier sind nur Subbass 16′ und Gedackt 8′ registriert. Die Pedalkoppel ist zur Zeit defekt. Daher können mit dem Pedal jetzt keine Manualregister mitgespielt werden.

Beim Registerwechsel hört man hier nicht nur den veränderten Klang, sondern auch sehr deutlich den Vorgang des Hinzuziehens oder Abstoßens von Registern: Damit einher geht im jetzigen Zustand der Orgel meistens ein ziemliches Poltern und Quietschen. – Die beiden unteren Bilder zeigen außerdem neben viel Dreck und Staub die Spuren des Holzwurms.